Castello di Brolio – Gaiole in Chianti

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In der Nähe von Gaiole in Chianti, zwischen Siena und Arezzo, thront das Castello di Brolio malerisch auf einem Hügel. Das mehr als 1.000 Jahre alte Burgschloss hat im Laufe der Jahrhunderte viele Veränderungen, Neuaufbauten und historische Wandlungen erlebt. Von der eigentlichen antiken Substanz des Schlosses existiert lediglich noch der Burgsockel, der von lombardischen Ursprung zeugt. Bereits seit dem Jahr 1141 ist das Bauwerk und die angrenzenden Ländereien im Besitz der Familie Ricasoli, die seit jener Zeit traditionellen Weinanbau betreibt. Damit gehört das Castello zu den ältesten Weinbaugütern der Welt.

Verschiedene Epochen in der Schönheit der Toskana

An klaren Tagen kann man vom Schloss aus das nur 20 Kilometer entfernte Siena erkennen. Dennoch waren es die Einflüsse aus dem 65 Kilometer nördlich gelegenen Florenz, die den Lauf der Geschichte prägten. Die Burg trotzte den Angriffen der Aragonier und Spanier, überstand zahlreiche Schlachten des 17. Jahrhunderts und die Kämpfe während des zweiten Weltkrieges. Zerstörte oder beschädigte Teile des Schlosses wurden im Lauf der Jahrhunderte unter der jeweilig herrschenden epochalen Geltung wiedererbaut. So findet man romanische, neogotische und toskanische Details.

Castello di Brolio nahe Gaiole in Chianti
Castello die Brolio“ © Visit Tuscany. Lizenziert unter [CC BY 2.0] über Flickr.
Schloss und Gärten

Dem Besucher bietet sich das eindrucksvolle Bild des roten Backsteinschlosses, eingebettet von Hügeln und Tälern, Eichen- und Kastanienwäldern sowie den angrenzenden Olivenbaumanpflanzungen und den rund 230 Hektar Weinbergen des Chianti-Classico. Das Innere des Schlosses beherbergt die Kapelle von San Jacopo und die Familienkrypta. Außerdem existiert ein kleines Museum, in dem eine antike Waffensammlung, Dokumente und persönliche Gegenstände des wohl bedeutendsten Familienmitglieds Bettino Ricasoli ausgestellt sind.

Sehenswerter Teil des Burgschlosses sind die prachtvoll angelegten Gärten aus der Neurenaissance, entworfen und angelegt im 19. Jahrhundert von Simone Ricasoli. Der Botaniker zeichnet auch verantwortlich für den prächtigen „Englischen Park“, der die Anlage umgibt.

Der Besuch in den Gärten und den Bollwerken des Schlosses kostet 5,- Euro. Vor allem der Ausblick von den Schlossmauern lohnt sich. Andere Führungen und Rundgänge, die das Museum oder eine an dieser Stätte fast unumgängliche Weinprobe beinhalten, sind für wenige Euro Aufpreis zu haben. Aufgrund der abgeschiedenen Lage empfiehlt sich ein Besuch mit dem Pkw oder innerhalb einer Reisegruppe, da öffentliche Busse nur sporadisch und während der Schulzeit verkehren.