Dom von Siena (Cattedrale di Santa Maria Assunta)

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In den saftig grünen Hügeln der Monti Chianti liegt die strahlend schöne Stadt Siena. Umgeben von den Olivenhainen und den üppigen Weinbergen der Toskana präsentiert sie sich mit ihren etwa 55.000 Einwohnern als eine der schönsten Städte Italiens. Geradezu magisch anziehend ist der Dom von Siena, die Cattedrale di Santa Maria Assunta. Er präsentiert sich in Schwarz und Weiß, den Wappenfarben der Stadt.

Die Cattedrale di Santa Maria Assunta

Hoch über Siena liegt der prunkvolle Dom an der Piazza Duomo. Mit seinem Bau war im Jahr 1229 begonnen worden, 1263 wurde er mit einer Kuppel versehen und erst 1313 kam der Glockenturm dazu. Er überragt alles mit seinen 77 Metern Höhe. Nichtsdestotrotz erschien die Cattedrale di Santa Maria Assunta den Bürgern Sienas gleich nach ihrer Fertigstellung schon wieder als zu klein. Hintergrund ist der seit jeher schwelende Konkurrenzkampf Sienas mit Florenz, dessen Dom opulenter erschien und Sienas Stadtväter zu drastischen Erweiterungsplänen für das Gotteshaus veranlasste. Es war die Pest und eine Wirtschaftsflaute, die zur Einstellung des teuren Vorhabens führte.

Im 14. Jahrhundert wurde der obere Teil der filigran gegliederten Westfassade von Baumeister Giovanni di Cecco vervollständigt. Ihr unterer Teil stammt von Giovanni Pisano. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden die bunten Mosaike mit Bildern aus dem Leben Marias angebracht. Besucher sollten sich etwas Zeit zur Besichtigung der aufwändigen Marmorfassade zu nehmen.

Das Innere des Gotteshauses wird durch imposante, gestreifte Säulen in bestimmte Segmente unterteilt. Von den Decken erstrahlen Sterne, und besonders beeindruckend ist der so kunstvoll gefertigte Marmorboden.

Dom von Siena
Auf dem Bild ist der obere Teil vom Dom zu sehen.

In einem vom linksliegenden Seitenschiff zugänglichen Nebenraum der Cattedrale di Santa Maria Assunta befindet sich die umfangreiche Dombibliothek. Als Libreria Piccolomini war sie von Kardinal Francesco Todeschini eingerichtet worden, der als Papst Pius der III. mit einer sehr kurzen Amtszeit vom 22. September 1503 bis zum 18. Oktober 1503 in die Geschichtsbücher Eingang fand. Besonders farbenfroh sind Fresken von Niccoló Pisano mit Darstellungen aus dem Leben römisch-katholischer Päpste. Der Bildhauer hatte 1268 auch die prachtvolle achteckige Marmorkanzel geschaffen. Sie ruht auf jeweils zwei weiblichen und männlichen Löwen und gilt als eines der Meisterwerke des Bildhauers.

Besondere Beachtung verdient zudem das Chorgestühl in der Apsis. Es ist mit wertvollen Intarsienarbeiten von Fra Giovanni da Verona dekoriert.

Das „Tor zum Himmel“ – La Portadel Cielo – gestattet überraschende Ausblicke vom Dach des Doms in die inneren Räume und weit über die Stadt Siena. Erwähnenswert sind außerdem das benachbarte Dombaumuseum sowie das mit wertvollen Kunstschätzen ausgestattete Kreuzgewölbe Battistero di San Giovanni.