Dom zu Pisa (Cattedrale di Santa Maria Assunta)

Dom zu Pisa
Dom zu Pisa © Greg_Men (bearbeitet). Lizenziert unter CC BY 2.0 über Flickr.

Der Dom zu Pisa ist eines der bekanntesten Bauwerke der Toskana. Sein Kirchturm, der Campanile, der als Schiefer Turm von Pisa das Wahrzeichen der Stadt ist, machte ihn zu einer Besucherattraktion. Der Dom fungiert heute als Kathedrale des Erzbistums Pisa. Zusammen mit dem Baptisterium und dem Camposanto bilden Dom und Turm einen Komplex, der seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Nachdem Pisa 1063 mit einem Sieg über die Sarazenen bei Palermo zu einer bedeutenden Seemacht aufgestiegen war, beauftragte die Stadt den Baumeister Buscheto di Giovanni Giudice mit dem Bau einer Kathedrale. Nach seinen Plänen entstand auf italienischem Boden erstmals ein kreuzförmiger Kirchenbau aus einer fünfschiffigen Basilika und einem dreischiffigen Querhaus. Im 12. Jahrhunderts erschuf der Künstler Rainaldo die aufwändige Außenfassade. Der Stil seiner Arbeit wurde weit über die Stadt hinaus als Pisaner Romantik bekannt.

Der beeindruckende mit weißem Carrara-Marmor verkleidete Dom galt lange Zeit als die prächtigste Kirche des Christentums und stand Modell für spätere Bauten in Siena und Florenz. Bereits 1118 weihte Papst Gelasius II. die neue Cattedrale di Santa Maria Assunta. Sie war zu diesem Zeitpunkt noch unvollendet. Erst im Jahr 1173 erfolgte die folgenschwere Grundsteinlegung zu einem freistehenden Glockenturm und Ende des 14. Jahrhunderts fügten Lupo di Gante und Puccio di Gadduccio schließlich eine Kuppel im gotischen Stil hinzu.

Bei einem verheerenden Brand in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 1595 wurden weite Teile des Innenraums zerstört und der Dom verlor seine drei von Rainaldo geschaffenen bronzenen Portale. Dank der Medici aus Florenz konnte er im frühen 17. Jahrhundert aufwendig restauriert werden.

Christus im Dom zu Pisa
© Bild „Majestas Domini“ von James Bradley, [CC BY 2.0] über Wikimedia Commons
Der Dom zu Pisa befindet sich zusammen mit dem Baptisterium, der Taufkirche, dem Friedhof und dem weltberühmten Glockenturm am Piazza del Duomo nördlich des Stadtzentrums. Der Dichter Gabriele D’Annunzio gab dem Domplatz einst den Namen, unter dem er zu Recht noch heute bekannt ist: Feld der Wunder – Campo dei Miracoli. Das gesamte Areal befindet sich auf dem Schwemmboden des getrockneten alten Hafenbeckens der Stadt, weshalb neben dem Turm auch der Dom selbst an der Ostseite leicht eingesunken ist.

Im Inneren der Kirche gibt es weitere bedeutende Kunstwerke wie die über vier Meter hohe Marmorkanzel von Giovanni Pisano, auf deren Reliefs neun Szenen des Neuen Testaments zu sehen sind, zu entdecken. Auf einem großen Mosaik in der Chorapsis ist der thronende Christus zusammen mit Maria und Johannes dargestellt. Es wurde von Francesco di Simone Ende des 12. Jahrhunderts entworfen und begonnen, aber erst im 13. Jahrhundert durch Cimabue, einen Florentiner Maler und Mosaik-Künstler, vollendet.

Für die Architekturgeschichte war vor allem die Fassadengestaltung interessant, da der die plastisch gestalteten Schauflächen im Vergleich zu den glatten Wänden früher neu waren. Allerdings sind sich die Kunsthistoriker nicht einig, ob diese Neuerung tatsächlich zuerst im Dom zu Pisa zu sehen war oder anderenorts, da man mit der Datierung der Kirche unsicher ist.