Dommuseum in Florenz (Museo dell’Opera del Duomo)

© Das Video stammt von Opera Santa Maria del Fiore |  Youtube.

Das Dommuseum (Museo dell’Opera del Duomo) wurde ursprünglich 1891 gegründet, um Kunstwerke, die aus dem Kirchenschiff und dem Baptisterium des Doms von Florenz entfernt wurden, sicher aufzunehmen. Nach umfassenden Aus- und Umbauarbeiten konnte es im Oktober 2015 endlich wieder seine Tore für Besucher öffnen. Im Dommuseum wird heute die umfangreichste Sammlung Florentiner Kunst aus der Renaissance gezeigt. Darunter Werke von bedeutenden italienischen Meistern wie Michelangelo, Donatello und Andrea Pisano.

Das Museum befindet sich unmittelbar am Domplatz im Zentrum von Florenz, gegenüber der namensgebenden Kathedrale. Die umgangssprachlich einfach als Duomo bezeichnete Cattedrale di Santa Maria del Fiore ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der florentinischen Altstadt. Über die vielen Jahrhunderte seines Bestehens hat der Dom auch immer große Kunstwerke beherbergt, von denen nicht alle einen ständigen Platz in der Kirche finden konnten.

Gerade in den letzten Jahrzehnten wurden zunehmend wertvolle Originale aus dem Kircheninneren in das Dommuseum verlagert, da hier bessere Vorkehrungen für ihren Erhalt getroffen werden können. Insgesamt werden 750 Exponate in 25 Sälen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Dommuseum in Florenz
© Foto „Cantoria di Donatello“ von Sailko – Eigenes Werk, [CC BY-SA 3.0] über Wikimedia Commons
In den weiteren Räumen befindet sich eine umfangreiche Ausstellung zur Geschichte der Kathedrale und insbesondere ihrer gewaltigen Kuppel. Hier werden unter anderem originale Werkzeuge und Materialien gezeigt, welche im Dom gefunden wurden. Das Herzstück dieses Teils des Museums ist die beeindruckende Rekonstruktion der ehemaligen nie fertiggestellten Fassade des Doms. Der Bauherr Arnolfo de Cambio hatte Ende des 13. Jahrhunderts mit der aufwändigen Arbeit zur Verkleidung des Doms begonnen, konnte diese aber nie fertigstellen. 1587 wurde die inzwischen als unmodern empfundene gotische Fassade dann abgerissen und zerstört. Mit Hilfe alter Zeichnungen entstand ein Modell in einem eigens hierfür geschaffenen Saal von 20 Metern Höhe. Vor ihm stehen die Originale der Statuen von di Cambio, Donatello und di Bianco, welche vom 14. bis zum 16. Jahrhundert Teil der Fassade waren und danach stilistisch nicht mehr zur neuen Fassade passten.

Verglichen mit den Zuschauermagneten Uffizien und Galeria dell’Accademia ist das Dommuseum fast so etwas wie ein Geheimtipp. Die Kathedrale selbst aber gehört zu den am besten besuchten Sehenswürdigkeiten in Florenz. Wer sowohl das Museum als auch die Kirche und ihre Kuppel besuchen möchte, kann sich mit dem Erwerb eines Kombitickets online einige Wartezeit ersparen.