Galleria dell’Accademia in Florenz

Das als „Galleria dell´Accademia“ bekannte Museum Accademia di Belle Arti in Florenz gehört zu den fünf meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Italiens. 2016 fanden etwa 1,5 Millionen Besucher den Weg in das Museum in der die Piazza del Duomo und die Piazza San Marco verbindenden Via Ricasoli. Hier im historischen Zentrum von Florenz werden die meisten Touristen vor allem von der weltberühmten Michelangelo-Großskulptur des David angezogen. Daneben bietet die Galleria dell´Accademia ihren Besuchern aber auch eine beindruckende Bandbreite weiterer Exponate von großer kulturhistorischer und künstlerischer Bedeutung.

Das nach den Uffizien wohl wichtigste Museum der Stadt geht auf eine hier im 16. Jahrhundert eingerichtete Kunstakademie mit Schwerpunkt Malerei und Zeichnen zurück. 1784 gliederte der damals als Großherzog Pietro Leopoldo in der Toskana herrschende Habsburger Erzherzog Leopold die Galleria als Kunstsammlung an.

Seit 1873 ist hier die Originalstatue des David in einem hohen Kuppelraum („Tribuna del David“) ausgestellt. Die mehr als fünf Tonnen schwere Marmorstatue ist 5,17 m hoch und stellt den biblischen David in athletischer Nacktheit kurz vor dem Kampf gegen Goliath dar. Die von Michelangelo 1504 nach mehrjähriger Arbeit vollendete erste Kolossalstatue seit der Antike gilt eines der bedeutendsten Werke, das unter Berücksichtigung des besondere Lebendigkeit vermittelnden Stilmittels Kontrapost (dem Prinzip, figürliche Gegensätze ins Gleichgewicht zu bringen) geschaffen wurde.

Der ursprüngliche Standort der David-Statue war der Platz vor dem Palazzo Vecchio, dem Amtspalast der Republik Florenz. Beeinträchtigungen durch Verschmutzungen und Witterung waren die Gründe, den rasch zum Wahrzeichen Florenz´ und der Freiheit seiner Bürger gewordenen David in die Schutz bietende Galleria dell´Accademia zu verlegen. Seit 1910 steht eine Marmorkopie von ihm vor dem Palazzo Vecchio. Eine weitere David-Kopie ziert die Piazzale Michelangelo.

Weitere Werke von Michelangelo in der Galleria dell´Accademia sind vier, für das Grabmal von Papst Julius II. gefertigte (unvollendete) Figuren („Die Gefangenen“) und andere Michelangelo zugeschriebene Bildhauerarbeiten. Bemerkenswert sind auch die übrigen Museums-Abteilungen wie „Sala del Colosso“ oder „Sala dei gioteschi“ mit Skulpturen und Gemälden italienischer Meister der Renaissance und Gotik (u. a. Paolo Uccello und Sandro Botticelli). Zu den populärsten Ausstellungstücken in der Galleria dell´Accademia zählt die dreifigurige Marmorskulptur „Raub der Sabinerinnen“ von Giambologna. Wie der David fand auch dieses bis 2001 nahe dem Palazzo Vecchio aufgestellte manieristische Werk in sich verschlungener Gestalten in der Via Ricasoli Schutz vor Wetter und Umweltverschmutzung.

2001 wurde das Museum durch eine Abteilung historischer Musikinstrumente erweitert: Im Museo degli Instrumenti musical können u. a. von Stradivari und Amati gebaute Streichinstrumente bewundert werden.
Das seit 2015 von der deutschen Historikerin Cecilie Hollberg geleitete Museum bietet nicht nur in seinen regelmäßigen Sonderausstellungen, sondern auch in seiner Abteilung mit russischen Ikonen, Einblicke in nichtitalienisches Kulturschaffen

Wegen der üblicherweise langen Warteschlangen am Museumseingang (es wird jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern eingelassen) ist es durchaus zu empfehlen, die Wartezeit durch eine online mögliche Voranmeldung wesentlich zu verkürzen. Diese Voranmeldung wird bei Anfrage auch häufig von Reiseveranstaltern oder Hotels übernommen.