Pinacoteca Nazionale in Siena

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Siena, die auf drei Hügeln gewachsene Stadt, besitzt mit der Pinacoteca Nazionale eines der bedeutendsten Museen in Italien überhaupt. Untergebracht ist die Pinakothek in einem eleganten spätgotischen Palast, dem Palazzo Buonsignori, dem ein benachbarter Palast, der Palazzo Brigidi, angeschlossen wurde. Die Pinacoteca Nazionale zeigt mit fast tausend Werken eine umfangreiche Sammlung bedeutender Malerei aus verschiedenen Jahrhunderten, darunter die Tafelmalerei der berühmten Schule von Siena und andere bedeutende Werke des 13. bis 15. Jahrhunderts. Zu den wichtigsten Malern zählen Duccio di Buoninsegna (um 1255–1319), Guido da Siena (auch: da Graziano, 1230–1290), Simone Martini (1284–1344), Ambrogio Lorenzetti (1290–1348), Pietro Lorenzetti (1280/85 – um 1348) und weitere große Meister der Gotik in Italien.

Es lohnt sich, durch die engen Gassen von Siena zu schlendern. Denn die in der Via San Pietro 29, im historischen Zentrum von Siena gelegene Pinacoteca Nazionale ist in den Straßen der mittelalterlichen Altstadt am besten bei einem Rundgang zu besuchen, zumal sich gleich anschließend eine Besichtigung des nahegelegenen Doms und des Dommuseums, der Domopera, empfiehlt. Auch die berühmte Piazza del Campo mit der Fonte Gaia, einer der eindrucksvollsten Plätze des Mittelalters, direkt am Palazzo Publico, in dem sich auch das Museo Civico befindet und wo alljährlich der Palio, das Sieneser Pferderennen stattfindet, befindet sich inmitten der Altstadt und ist somit nicht weit entfernt und gut zu Fuß zu erreichen. Einen herrlichen Ausblick auf die schöne Stadt Siena und ihr Umland gewährt der Blick von der Aussichtsplattform des über hundert Meter hohen Campanile, des Glockenturms am Rathaus.

Malerei in der Pinakothek von Siena
© Goldgrundmalerei in der Pinacoteca Nazionale von Combusken – Eigenes Werk, [CC BY-SA 3.0] über Wikimedia Commons
Im Jahr 1932 eingeweiht, enthält die Pinacoteca Nazionale neben den berühmten gotischen Meistern im zweiten Stock auch wichtige Meister der Renaissance (Francesco di Giorgio Martini, Sodoma) und des Manierismus (Domenico Beccafumi) im ersten Stock sowie die Collezione Spannocchi mit Niederländern (Pieter Snayers), deutschsprachigen (Albrecht Altdorfer, Albrecht Dürer, Johann König) und norditalienischen Malern der Renaissance (Andrea Mantegna) und des Manierismus (Paris Bordone, Lorenzo Lotto, Sofonisba Anguissola, Padovanino) im dritten Stock.

Hauptwerke der Pinacoteca Nazionale sind zweifellos die von Byzanz beeinflussten, mystischen Goldgrundmalereien der Sieneser Schule, etwa von Duccio (Madonna dei francescani / Madonna der Franziskaner), Simone Martini (Madonna col Bambino / Madonna mit Kind), Guido da Siena (San Pietro in trono / Hl. Petrus auf dem Thron) sowie von Ambrogio Lorenzetti (Annunciazione detta Madonna dei Donzelli / Verkündigung, genannt: Madonna der Donzelli) und seinem Bruder Pietro Lorenzetti (Madonna del Carmine / Madonna der Karmeliter) und anderen mehr. Die Sieneser Malerei gehört neben der Florentiner Malerei zu den wichtigsten Strömungen der mittelalterlichen Malerei in Italien. Diese regionale, gleichwohl aber weltberühmte Strömung bleibt der Gotik mehr verhaftet als die sich zu Beginn der Neuzeit deutlich der Renaissance und ihren realistischeren Stilmerkmalen öffnende Florentiner Malerei. Nirgendwo sind die Hauptmeister der Sieneser Schule besser zu bewundern als in Siena selbst, in der Pinacoteca Nazionale, im Museo Civico sowie im weltberühmten, an der höchsten Stelle der Stadt gelegenen Dom Santa Maria Assunta und in der Domopera.

Adresse: Via S. Pietro, 29, 53100 Siena SI, Italien

Webseite: http://pinacotecanazionale.siena.it/