Es handelt sich um die dritte Ausstellung, die die Galerie Peccolo in Livorno der Erinnerung und dem Werk von Gastone Novelli widmet. Vom 9. Februar bis zum 16. März werden einige kleine Skulpturen aus dem Jahr 1964 ausgestellt, gemeinsam mit Zeichnungen und gemischten Techniken auf Papier, welche zwischen 1957 und 1968 entstanden.
Novelli wurde 1925 in Wien geboren, erklärte sich aber recht bald als adoptierter Römer. Seine Malaktivität beginnt in der Nachkriegszeit mit der geometrischen Abstraktion, die ihre Wurzeln in dem Konkretismus von Max Bill hat, welchen Novelli 1947 in Zürich kennenlernte. Die italienische, konkrete und abstrakte Kunst auf der einen Seite, und auf der anderen der Dada-Surrealismus stehen in der Tat im Mittelpunkt seiner künstlerischen Erforschung. Novelli denkt unmittelbar abstrakt.
Er bildet sich in der künstlerischen Umgebung der jungen, römischen Generation der späten Fünfzigerjahre und orientiert sich auf die Überwindung des Formlosen sowohl in Zeichen-, als auch in Schriftform, wie einige der Werke bezeugen, die in der Ausstellung in Livorno zu bewundern sind. Was für Novelli zählt, ist das Leben, die emotive Energie, der intellektuelle Gedankenfluß, die das Entstehen des Werks bewirken. Die Ereignisse, die Zeit, der Raum, die Physiologie der Malerei werden insofern bewirkt, leben und sterben, während sie auf Überzeugungen und Bedürfnisse Antwort geben, die blind gegenüber jeder Voraussicht, jedem Programm und jeder Erwartung sind.
Zwischen 1957 und 1959 realisiert Novelli gemeinsam mit Achille Perilli die Zeitschrift «L'Esperienza moderna» («Die moderne Erfahrung») und nach verschiedenen Aufenthalten in Brasilien, Paris und Griechenland, aus denen er Inspiration für sein Werk schöpfen wird, befindet er sich 1968 in Mailand, um an der Akademie Brera zu unterrichten, stirbt aber in demselben Jahr zu Folge eine Operation. Einzigartig war in seine Teilnahme, im Sommer desselben Jahrs, an der 34. Biennale in Venedig, wo er seinen Protest inszenierte, indem er seine eigenen Werke gegen die Wand gewendet ausstellte.
Nicht zu vergessen sind schließlich die Kooperationen mit Schriftsteller der Neo-Avanguarde, die zu dem Entstehen der Zeitschrift «Grammatica» («Grammatik») führten, welche von Perilli gemeinsam mit Novelli und Giuliani geleitet wurde.
Die Ausstellung wird von einem Katalog begleitet, der von Flaminio Gualdoni herausgegeben wurde.
(Foto: "Monte Luna", Bronzewerk aus dem Jahr 1964)
Gastone Novelli
Wann: vom 9. Februar bis zum 16. März
Wo: Galerie Peccolo - Piazza della Repubblica, 12 - Livorno - Tel. +39.0586.888509
Öffnungszeiten: 10.00-12.00 und 16.00-20.00 Uhr. Feiertags und montags morgens geschlossen.
Februar.2002