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 :: KUNST UND KULTUR :: GROSSE KLASSIKER ::

   Die Stimme des Florentinischen Volks


Vasco Pratolini ist in Florenz am 13 Oktober 1913 in einer einfachen Familie geboren worden. Seine Familie hat in einem typischen Viertel der Stadt gelebt das oft in seinen Romanen als Hintergrund benutzt wird.

Da er mit zwei Jahren seine Mutter verlor und sein Vater wieder heiratete verbrachter er sehr viel Zeit mit seinen Großeltern, später wurde er Typograf. Während seiner Lehre, studierte er auch die Klassiker: Dante, Dickens und Manzoni. Im nachhinein orientierte er sich dann in Richtung der Prosa. Er erkrankte an Tuberkulose und verbrachte zwei Jahre seines Lebens in einem Sanatorium.

Im Jahre 1934 lernte er Elio Vittori kennen der es für ihn noch wichtiger macht seiner antifaschistische Ideologie zu folgen. Er arbeitete an der Zeitschrift „Letteratura“ mit und leitete mit Alfonso Gatto die Zeitschrift „Campo di Marte“ (unterdrückt nach einem Jahr,1939, von den Faschisten).

Später zog er nach Rom, Stadt des Wiederstands, wo seine realistische Berufung, an die er in den folgenden Jahren glaubte, weiterhin reifte.

Pratolini hat andere Erfahrung als andere italienischen Schriftstellern gemacht, aus diesem Grund wird sein Narrative stark von Erinnerungen beeinflusst; die meisten Situationen und Figuren in seinen Schriften sind mit seiner Vergangenheit verbunden.

Augenzeuge der großen historischen und literarischen Veränderungen, dem Tod des Realismus der Dreißiger Jahre und der Geburt des Neorealismus in der Nachkriegszeit, dadurch gewinnt er sein intellektuelles Verständnis. Er denkt das er die Gegensätze zwischen dem Volk, den Intellektuellen und der gesellschaftlichen Realität aufheben kann. Die Suche nach einer rationellen Bewegkraft bringt ihn, unvermeintlich, zum Zusammenstoß mit der faschistischen Irrationalität. Die Literatur wurde so zu seiner Verteidigung, ein Versteck vor den täglichen Angst.

Das Ziel ist es ein einziges Volk zu werden, sich in ihm zu erkennen und sich in ihm zu verwurzeln. In den Romanen die er in seiner Jugend schrieb hat kann man eine Verbindung finden: die Angst vor dem Tod und die Versuche sie zu vertreiben indem er sie seinen Freunden erzählt, in dem er sie mit kaltem Herz beschreibt. Die Schlüsselworte die oft benutzt werden sind: kalt, dunkel, sich befreien, sich wiederfinden. Seine Figuren lieben und hassen mit der selben Intensität – mit dem Hass erreichen sie den Bitterkeit nicht mehr lieben zu können, sondern nur noch zu leiden.

Der Schriftsteller verschwindet, er wird die Stimme der Demütigen und Schutzlosen, er selbst wird zur Geschichte.
 
Die typische florentinische Prosa ist einfach und ein bisschen erschöpft, es ist ein Anästhetikum um den Schmerz weniger zu spüren. Die Nutzung von Synästhesien, die Verschiebung der Verben geben den Romanen ein bisschen Realismus und Unmittelbarkeit. Florenz wird nicht nur der Ort der Seele sondern eine lebende und reale Stadt, mit ihrer Toponomastik, seinen Bewohnern und den Sensationen die dort geschehen.

Mit dieser Absicht spricht die Kritik von der Poesie der „Kleinen Dinge“, von Dämmerungs-Verhalten, vielleicht ist das gar nicht so falsch wenn man bedenkt wie viel menschlichen Reichtum man in diesen Seiten finden kann: Reichtum im subjektiven und objektiven Sinn, wie Reichtum an Gefühlen und Liebe die der Autor in der Nacherzählung seiner schweren Kindheit noch mal von vorne erlebt.

Chronologie der Werke von Vasco Pratolini:
1956 – “Diario sentimentale” (“Magazzini”, “Le amiche”)
1944 – “Il quartiere”
1946 – “Cronache di poveri amanti”
1947 – “Cronaca familiare”
1947 – “Un eroe del nostro tempo”
1949 – “Le ragazze di San Frediano”
1952 – “Metello”
1960 – “Lo Scialo”
1963 – “La costanza della ragione”
1966 – “Allegoria e derisione”
1967 – “La città dei miei trent'anni”
1981 –  Sammlung von nicht veröffentlichten Werken “Il marmello di Natascia”

 
 

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