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   Padule di Fucecchio

Eine Wiege, in der Kunst, Geschichte, Raritäten der Flora und Fauna gemeinsam eine einzigartige Umgebung bilden. Dies ist die Padule di Fucecchio. Technisch ist die Padule ein antikes Moorgebiet, die mit zahlreichen Eingriffen, vorwiegen auf Wunsch der Medici, trocken gelegt wurde. Es handelt sich um eine 1800 Hektar große Gegend, die sich teils in der Provinz von Pistoia befindet, teils in der Provinz von Florenz. Wenn auch stark eingeschränkt gegenüber dem antiken Moorsee, der einst einen Großteil der südlichen Valdinievole bedeckte, stellt dieses Terrain dennoch das momentan größte Sumpfgebiet im Innenland Italiens dar.

Seine einzige Wasserquelle ist der Fluss Usciana, in dessen Umgebung sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Aktivitäten entwickelt haben, wie zum Beispiel der Fischfang und der Flusshandel. Noch heute wird hier, wenn auch in eingeschränkter Form, die Verarbeitung der Moorpflanzen betrieben: Die Pflückung und Verflechtung des «Sarello» und des «Sala» (für Korbstühle und –flaschen), des «Gaggia» und von anderen, typischen Pflanzen der feuchten Gegend werden noch heute von wenigen, begabten Handwerkern praktiziert. Die Natur des Orts hat im Laufe der Jahrhunderte die Arten der Ansiedlungen und der Aktivität bestimmt.

Das Schicksal der Gegend von Cappiano wurde stark von ihrer Umgebung beeinflusst, mit Augenblicken sowohl größten Reichtums, als auch völligen Verfalls, besonders mit Bezug auf die Malariaepidemien. Noch heute sind bedeutungsvolle Zeugnisse des Menschenwerks sichtbar, welches im Laufe der Jahrhunderte die Struktur der feuchten Zone geformt und verändert hat: die Kanäle und das Hafensystem, Zeichen von antiken und wichtigen Wasserwegen; die Brücke Ponte Mediceo di Cappiano, sowohl Mittelpunkt für die Regulierung der Gewässer und des Fischfangs, als auch wichtige Verbindung zu der Via Francigena; die Bauten der industriellen Archäologie, wie zum Beispiel die Trocknungsanlagen des Tabaks.

Die Gegend hat eine besondere Bedeutung auf Grund ihrer Vegetation. In demselben Habitat kann man die typischen Pflanzen der warmen und feuchten Klimas bewundern, wie zum Beispiel Königsfarn, ebenso wie Moosarten, die «sfagni»genannt werden und dem kalten Klima des Nordens angehören und sich bereits in der Eiszeit hier ansiedelten; nicht zu vergessen die Utricularia australis, Exemplar einer fleischfressenden Pflanze.

Die Fauna steht der Vegetation in nichts nach, da die Padule Niststätte für Reiher, Flamingos und für den seltenen «Mignattaio» ist. In den Gewässern leben besondere Krustentierarten, die je nach Verschmutzung des Wassers verschieden Vibrationen ausstrahlen und daher in Kürze Objekt eines Experiments der Universität von Pisa werden dürften.

Januar.2002

Gemeinde Fucecchio (auf Italienisch)
Entlang der Migrationsrouten (auf Italienisch)
Dokumentations- und Forschungszentrum der Padule di Fucecchio (auf Italienisch)

 
 

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