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   Interview mit Shahrnush Parsipur


Shahrnush Parsipur, die iranische Schriftstellerin die wegen ihrem Buch über Politik, Männer, Frauen und Liebe verbannt wurde,  hält sich für eine freie Frau und nicht für eine Feministin. 

Als sie zum ersten Mal zu Besuch in Italien war, in der Schriftstellerschule Griselda in Certaldo, hat sie ihre Zuversicht in die Zukunft nicht versteckt, trotz der Jahre die sie in Teheran im Gefängnis verbringen musste, der Zensur ihres Buches und dem freiwilligen Exil in Europa und später in Amerika, fern von ihrer Familie und ihrem einzigen Sohn der 33 Jahre alt ist und der von der strengen Geheimpolizei im Auge behalten wird. Er ist es, der mit wenigen anderen das Werk seiner Mutter illegal verbreitet. Jedes Jahre werden auf dem Schwarzmarkt zirka 700 Exemplare verkauft.

Dieses Buch ist ein Bezugspunkt für alle iranischen Frauen, die dem Westen zugeneigt sind aber ihre kulturelle Integrität nicht verlieren wollen. Im Entdefekt vergöttern sie es!

Denken sie daran, Früher oder Später nach Teheran zurückzukehren?
„Ehrlichgesagt weiß ich es nicht. Ich könnte so verrückt sein und es tun. Die Iranische Regierung wäre glücklich mich aufnehmen zu können. Aber ich müsste eine Reihe an Kompromissen eingehen die ich Heute noch für inakzeptabel halte”

Bevor sie nach America, erst Los Angeles und dann Barkeley, in der Nähe von San Francisco gezogen ist, war sie drei Mal in ihrem Land im Gefängnis. Unter welcher Anklage?
„Unter keiner bestimmten. Nach der Revolution im Jahre 1979, wurden ein paar politische Zeitungen im Auto meiner Mutter gefunden und ein Brief von mir an den Chef der Terroristen, in dem ich ihn bat von seinem Vorhaben ab zu lassen. Er wurde erst gar nicht gelesen, aber es reichte um mich, meine Mutter und zwei meiner vier Brüder zu verhaften. Ich war 33 Jahre alt. Ohne eine formulierte Anklage blieb ich für gut fünf Jahre im Gefängnis. In den folgenden Jahren wurde ich weitere drei Mal verhaftet. Das letzte Mal im Jahre 1992, als mein Roman veröffentlicht wurde, „Tuba und der Sinn der Nacht“, in dem ich ein Jahrhundert der Geschichte meines Landes erzähle, ab dem Jahr 1890, und über eine starke und mutigen Frau. Nach zwei Monaten Gefängnis habe ich mich dann entschlossen das Land zu verlassen. Eine schwierige aber notwendige Entscheidung“.

Was denken sie über die Frauen aus dem Westen?
„Die Frauen aus dem Westen wollen die Welt verändern, aber sie sind nicht so frei wie sie denken. Sie sind trotz ihres Willens, Frauen die als Gegenstände missbraucht werden. Momentan ist meine ganze Aufmerksamkeit den Frauen aus Afghanistan gewidmet. Sie sind es die unsere Hilfe brauchen“.

(Foto aus Tranchida Editore)

 
 

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