Florenz gibt den Anstoß in Richtung Zukunft und der modernen Informatiktechnologien in der Kunstwelt.
Dank dem europäischen Projekt «Ag-nula», das von dem Forschungs-, Produktions- und Didaktikzentrum für Musik «Tempo Reale» koordiniert wird, welches Sitz in der Limonaia di Villa Strozzi im Stadtzentrum hat, rückt Florenz nicht nur ihren bekannten, historischen und künstlerischen Reichtum in den rechten Rahmen, sondern wird auch zum Anhaltspunkt für die Entwicklung der audio-visuellen Künste. Das Projekt «Ag-nula» plant in der Tat, innerhalb von zwei Jahren, die Herstellung von zwei Cd-Rom, die alles Nötige beinhalten (System, Programme, u.s.w.), um eine eigene, vollständige Station für Musik, Video und Audio generell zu besitzen.
Die wahre Neuheit dieser beiden Cd-Rom besteht in der Free Software: diese Art Software garantiert ihrem Benutzer, im Gegenteil zu jenen kommerziellen, vier grundlegende Freiheiten (Kopie, Studio, Verteilung und Veränderung). Sie ist im Internet erhältlich und ihre Brennung ist nicht nur zugelassen, sondern sogar empfohlen.
Diese Software benutzt eine spezifische Lizenz (und ist nicht immer kostenfrei, wie das englische Wort „free“ fälschlicherweise denken lassen könnte), die sich «copy left» oder «GNU public license» (hierher der Namen des Projekts) oder ähnlich nennt. Die oben genannten, professionellen Cd-Rom werden sowohl mit normalem PC, Macintosh Power PC oder auch den neuen 64 Bit Plattformen benutzt werden können.
Diese Cd-Rom sind voll und ganz den Audio- und Multimediaprogrammen gewidmet und stellen eine neue Generation dar, während sie eine höhere Qualität gegenüber den kommerziellen Softwaren garantieren. Dies Dank der Tatsache, dass sie von Experten erdacht wurden, die in dieser Branche kooperieren, anstatt Konkurrenz zu betreiben.
Ein Beweis hierfür ist die Tatsache, dass die Idee für dieses Projekt auf europäischem Niveau im vergangenen Juni im Rahmen eines Workshops entstand, der in Florenz stattfand und während dem bereits ein Prototyp entworfen wurde. Nach einigen Monaten Perfektionierung wurde der Prototyp der Europäischen Union präsentiert und im November wurde das Projekt gutgeheißen.
Neben dem Zentrum «Tempo Reale», das 1989 von dem Meister Luciano Berio gegründet wurde (und heute von Maurizio Frittelli geleitet wird) nehmen erstrangige Partner an dem Projekt teil: Ircam (Institut de Recherche et Coorination Acoustique/Musique) aus Paris, Universitat Pompeu Fabra aus Barcelona, Reale Politecnico (KTH) auf Stockholm, Free Software Foundation Europe und Red Hat aus Frankreich.
Nach der Einweihung in Rom am 21. April des «Auditorium della Musica» von Renzo Piano, der Zusammenarbeit mit Don Perlimplin am 3. Mai im Theater Goldoni in Venedig für die Vorführung einer Ballade von Garcia Lorca (Einweihung der Biennale der Musik) und dem Konzert von Luciano Berio und «Tempo Reale» am kommenden 17. Mai in Belgrad, sieht sich «Tempo Reale» gezwungen, zu wachsen – erklärte uns der Präsident des Zentrums – vor allem in Hinsicht auf die Ziele, die die Organisation noch erwarten.
Das nächste Ziel ist das Gutheißen seitens der Europäischen Gemeinschaft für ein fünfjähriges Projekt mit der Zur-Verfügung-Stellung von einem hohen Fond. In Florenz befinden sich Ideen, Können und Kenntnisse ... nun braucht man breite Schultern und starke Beine um all dies in Gang zu bringen.
Mai.2002
Tempo Reale (auf Italienisch und Englisch)
Luciano Berio (auf Italienisch und Englisch)