Juni ist der Monat in dem man den Pisaner Juni feiert, d. h. einen Monat von Terminen, unter denen Shows, Konzerten und kulturelle Veranstaltungen, um das Fest des Stadtheiligen zu feiern, San Ranieri. Wie in jeder Stadt, die noch an ihrer Geschichte festhält, findet das Spiel der Brücke am Ende der Vorstellungen statt, das seine Wurzeln im entfernten 12. Jahrhundert hat.
1983 nach einigen langen Unterbrechungen, 150 Jahre lang die erste und 19 Jahre lang die zweite, wiederaufgenommen, ist das Spiel jetzt berühmter als nie zuvor und zieht tausend Besucher und Touristen aus aller Welt an. Aber das Spiel der Brücke ist nicht nur eine touristische Attraktion, und die Teilnahme der Stadt an diesem Ereignis beweist es: man betrachte z. B. die 750 Menschen in Kostüm angezogen, die ins spanische 16. Jahrhundert zurückgehen.
Die Stadt ist in zwei Bezirken geteilt, die den zwei Ufern von Arno entsprechen: im Süden Mezzogiorno, der große Bezirk, der aus den Vierteln Sant’Antonio, San Martino, San Marco, Delfini (Marina di Pisa), Leoni (Porta Fiorentina) und Dragoni (Porta a Mare – San Pietro) besteht; im Norden Tramontana, der aus den Vierteln Santa Maria, San Francesco, San Michele, Mattaccini (Porta a Lucca), Satiri (Portanuova) und Calcesane besteht.
Das Gefolge von den zu den zwei verschiedenen Bezirken gehörenden Figuranten ziehen durch die Stadtstrassen vorbei, bis sie an Ponte di Mezzo gelangen, wo sich die zwei „feindlichen“ Bezirke, nachdem sie in die eigenen Lagern zurückgezogen sind, in diesem sonderbaren, eindringlichen Spiel herausfordern werden, welches das „gioco del ponte“ ist.
Einst fand das Spiel in Piazza dei Cavalieri statt, während der fast 12 Meter lange und 80 Zentimeter breite, auf zwei Gleisen gesetzte Wagen heute an die Mitte der Brücke gestellt wird, die sich gerade in der Stadtmitte findet. Von hier her versuchen die Männer der zwei Bezirken, ihn mehr als möglichst zur feindlichen Seite zu schieben, indem sie sich in mehreren Herausforderungen trotzen: sie lehnen die Schultern auf einige zum Wagen senkrechten Balken an, und schieben kräftig mit den Beinen rückwärts.
Die Mannschaften sind je nach einer militärischen Hierarchie unterteilt, die einen Generellen Leutnant als Führer hat, der vom Seniorenrat gewählt wird und die Verantwortung hat, die Strategien der Schlacht der Brücke zu leiten. In den taktischen Wahlen wird der Leutnant von zwei Ratgebern unterstützt, von denen der eine die Rolle des militärischen Strategen, der andere die politische Rolle spielt. Da jede Partei aus sechs Vierteln besteht, hat sie sechs Mannschaften die zu Feld ziehen können, es geht also darum, den Gegner abzuwägen und die Mannschaft zu schicken, welche die geeigneteste für die einzelnen Auseinandersetzungen ist, die manchmal auch einige Stunden dauern können, in einer Atmosphäre von Spannung und Konzentration, unter der Begeisterung und dem Anreiz der Leute, die den Arno entlang stehen.
Es handelt sich um ein Spiel, das man nicht verpassen sollte und das wie eine Perle unter den suggestiven und imposanten Dekorationen des Lungarnos eingefasst ist und den Lichtspielen der großen Gebäude erschimmert, die sich in den Flussgewässern widerspiegeln. Verabredung am jeden letzen Sonntag des Monats Juni. Die nächste Auseinandersetzung ist für den 30. Juni 2002 festgesetzt.
Gemeinde von Pisa (englisch)