Die nördlichste Zone der Toskana, die an Ligurien und die padanische Ebene grenzt, birgt eine antike Geschichte, die sich inmitten von Festungsstädten und Burgen abspielt. Bereits zwei Jahrhunderte v. C. befanden sich hier römische Ansiedlungen in der Stadt Luni, auf die dann die Byzantiner, die Lungobardi und viele andere, mächtige Familien folgten, die über Italien geherrscht haben.
Durch diese Gegend verläuft ein Teil der Via Francigena, eine Straße, die im Laufe der Jahrhunderte die verschienenden Römerstraßen miteinander verbunden hat und im Mittelalter zu einer der wichtigsten Verbindungsstrecken wurde, indem sie den natürlichen Korridor zwischen Nord- und Süditalien ausnutzte: den Cisa Pass. Sie führte durch die Städte Pontremoli und Aulla bis nach Massa, um dann durch Lucca und Siena weiter zu verlaufen.
Im Mittelalter, als Reisen viele Tage oder sogar Wochen in Anspruch nahm, wurden, nicht nur aus logistischen, strategischen und Verteidigungsgründen, in verschiedenen Epochen Aufnahmestrukturen errichtet, ebenso wie Burgstädte, Burgen und Religiöse Ansiedlungen, um Wallfahrern und Reisenden beizustehen.
Eine Strecke, deren Verlauf von Burgen und Festungsstädten gesäumt war, welche sich auf den Hängen der Berge und Hügel befanden, um über das Tal zu dominieren. Sie wurden von den Familien erbaut, die in den Jahrhunderten aufeinander folgten, um die Herrschaft über diese verkehrsreiche Strecke beizubehalten: die Estensi, die Malaspina, die Medici und die Ariberti.
Die Burg der Malaspina von Fosdinovo (siehe Foto) ist ein herrschaftlicher Bau, der noch vor dem 13. Jahrhundert von Spinetta Malaspina dem Großen erbaut wurde. Entlang dem rechteckigen Umriss der beeindruckenden Burg verlaufen Zinnenkränze und Laufgänge, die sich nur an den Bastionen unterbrechen. Die Burg kann täglich, außer dienstags, besichtigt werden (Wintersaison: 9.00-11.00 Uhr und 15.00-17.00 Uhr; Sommersaison: 10.00-12.00 Uhr und 16.00-18.00 Uhr.
Danach erreicht man die Burg von Villafranca, die stets der Familie Malaspina gehörte und von der heute nur noch die beeindruckenden Ruinen verbleiben. In der Gemeinde Aulla, kurz nach der Grenze zu Ligurien, stößt man auf die Ortschaft Caprigliola und die Festung Fortezza della Brunella, die um das Jahr 1500 errichtet wurde. Zum Abschluss dieses kurzen Ausflugs eine Rast in Fivizzano, ein Städtchen, das in sich die wahre, toskanische Kultur birgt, jene der Familie de’ Medici, die die Gegend um Fivizzano bis zum Ende des Großfürstentums beherrschten und gut sichtbare Zeichen der Renaissancekultur hinterließen.
(Foto von der Internetseite der Gemeinde Fosdinovo)
März.2002
Via Francigena (auf Italienisch und Englisch)
Gemeinde Fosdinovo (auf Italienisch)