Villa San Martino – Napoleons Residenz auf Elba


Die Villa San Martino wurde 1814 von Napoleon Bonaparte während dessen ersten Exils auf der Insel Elba erworben und ausgebaut. Der französische Kaiser und Feldherr nutze das Haus als Sommerresidenz. Zusammen mit der Villa dei Mulini, der Stadtresidenz Napoleons, im Zentrum des Hauptortes Portoferrario bildet sie das Nationale Museum der napoleonischen Residenz auf Elba (Museo Nazionale delle Residenze Napoleoniche dell’Isola d’Elba).

Das Landhaus im typisch toskanischen Stil steht etwa 6 Kilometer entfernt von der Gemeinde Portoferrario und ihrem Hafen im San Martino-Tal. Es ist über die Landstraße Richtung Marina di Campo mit dem Auto oder einem Bus zu erreichen.

Der Erzählung nach verliebte Napoleon sich in die von Wäldern und Weinbergen geprägte Landschaft des Tals und entschied sich dort einen Landsitz einzurichten. Seine Schwester Pauline kaufte daraufhin das einzige Gebäude am Ort, ein altes Bauernhaus mit einem großen Weinlager, und schenkte es ihrem Bruder. Der Ausbau wurde von dem Architekten Bargigli nach Napoleons Vorstellungen vorgenommen. Der Exilkaiser wünschte, dass die Villa mit allen Annehmlichkeiten einer Residenz des französischen Hofes ausgestattet werde.

Das Haus besteht aus zwei Stockwerken. Im unteren befinden sich die Bäder und eine Küche, im oberen die repräsentativen und privaten Räume. Dazu gehören die große Bibliothek, die Napoleons Lieblingsraum war, das Schlaf- und das Arbeitszimmer des Kaisers, die Zimmer seiner Generale, der ägyptische Saal und das Zimmer des Liebesknotens, auch Taubenzimmer genannt.
Der prunkvollste Raum ist der ägyptische Saal mit den aufwendigen Wandgemälden von Vincenzo Antonio Revelli, welche an den Ägyptenfeldzug des französischen Heeres unter Führung von General Napoleon Bonaparte im Jahr 1798 erinnern. Im Zimmer des Liebesknotens traf Napoleon sich trotz des romantischen Namens nicht etwa mit einer Liebschaft, sondern mit seinem Generalstab. Es ist benannt nach dem Deckengemälde, welches zwei Tauben zeigt, die die zwei Enden eines geknoteten Bandes in ihren Schnäbeln halten und auseinanderfliegend den Knoten in der Mitte immer fester zuziehen.

Nicht einmal ein Jahr lang bewohnte Napoleon die Villa San Martino. Nach seiner Flucht aus dem Exil 1815 stand sie viele Jahre leer, bis sie 1851 von dem russischen Prinzen und Industriellen Anatoli Demidoff erworben wurde. Er war ein großer Verehrer Napoleons und sammelte bereits Möbel, Gemälde, Schrift- und Schmuckstücke aus dessen privatem Besitz. Demidoff fügte die unterhalb der Villa San Martino stehende Galerie Demidoff zu dem Komplex hinzu, um seine Sammlung dort auszustellen. Beide Gebäude sind heute für Besucher geöffnet.

Offilizielle Webseite zur Villa San Martino (ital.) »